Genrüben-Acker bei Northeim besetzt
Pressemitteilung vom 22.04.2008
Northeim (Han). Gestern, am Montag, den 21.04.2008 fand in der Stadthalle Northeim eine von den FeldbesetzerInnen organisierte Informations- und Diskussionsveranstaltung statt. Bedauerlicherweise blieb die KWS Saat AG bei ihrer Haltung, nicht an dem öffentlichen Diskurs teilzunehmen, solange das Feld besetzt ist. Trotzdem entstand mit den 70 anwesenden Gästen ein sachlich und inhaltlich klärender Dialog.
Auf dem Podium standen einige FeldbesetzerInnen Rede und Antwort, für sachliche Fragen war zudem Christian Schüler von der Universität Kassel angereist. Die Nordheimer Bevölkerung hatte so die Möglichkeit, sich mit der Sachlage und den Argumenten und Beweggründen der Feldbesetzerinnen weiter vertraut zu machen. Viele Northeimer Bürger haben sich auf der Veranstaltung positiv für die Besetzungsaktion ausgesprochen und viele Wünsche mit auf den Weg gegeben.
Für Fragen, Anregungen, Lob und Kritik ist nun ein Postfach in Nordheim eingerichtet:
Besetzter Gentechnik-Acker Northeim Postlagernd Postfiliale 37154 Northeim
Kontakt: feldbesetzerinnen@web.de
Presseerklärung der unabhängigen Aktionsgruppe vom 18.4.08
Genrübenfeld bei Northeim weiter besetzt
Volles Programm auf dem Acker - Die KWS drückt sich um öffentliche Diskussion
Die Zelte auf dem Versuchsfeld südlich von Northeim stehen weiterhin. Gentechnikgegnerinnen und -gegner halten seit vergangenen Samstag die Fläche besetzt, auf der der Saatgutkonzern KWS einen Versuch mit gentechnisch veränderten Zuckerrüben durchführen will. Ein Turm ist in den letzten Tagen hinzu gekommen. In luftiger Höhe ist eine Aussichts- und Schlafplattform rund um die Uhr bewohnt.
Für die nächsten Tage kündigen die BesetzerInnen ein volles Programm an:
- Am Freitag, den 18.4, findet ab 13.30 Uhr eine öffentliche Vorlesung zum Thema Nachhaltigkeit durch einen Dozenten der GhK Kassel auf dem Feld statt.
- Der Samstag beginnt mit einem Infostand während des Marktes in Northeim und geht weiter mit einem Fußballspiel ab 14.00 auf dem Acker.
- Am Sonntag, den 20.4, wird es ab 10.00 ein gentechnikfreies Frühstück auf dem Feld geben.
Darüber hinaus lädt die Gruppe zu einer öffentlichen Podiumsdiskussion am Montag, den 21.4.08, um 19.30 in die Stadthalle Northeim ein. Schon um 18.00 Uhr wird der Film "Leben außer Kontrolle" in der Halle gezeigt. Die KWS hatte anfänglich ihre Bereitschaft signalisiert, an der Abendveranstaltung teilzunehmen, sagte dann aber doch ab. Dazu Benjamin Volz, Landwirtschaftsstudent und einer der Besetzer: "Obwohl wir der Forderung der KWS nach einem Gespräch auf neutralem Grund nachgekommen sind, sagen sie uns nun ab. Trotzdem werden wir die Veranstaltung durchführen, denn uns geht es auch um die Diskussion mit und in der Öffentlichkeit." Er berichtet von einer breiten Unterstützung aus der Bevölkerung, deren Spenden und tatkräftige Hilfe die Gruppe an einen möglichen Erfolg der Besetzung glauben lässt und die Abendveranstaltung mit mehreren Experten erst ermöglichte.
„Mit unserem bunten Programm wollen wir mit der Bevölkerung und den MitarbeiterInnen der KWS ins Gespräch kommen. Wir sind dialogbereit, halten aber an unserem Ziel fest: Wir bleiben so lange auf dem Acker, bis wir eine schriftliche Zusage der KWS haben, von ihren Versuchen zurückzutreten. Wir fordern die KWS auf, ihre Gentechnik-Forschung einzustellen und ihr Potential zur Erforschung und Erhaltung alter und angepasster Nutzpflanzensorten einzusetzen.“, so Mirjam Anschütz, Feldbesetzerin und Studierende an der GfK Kassel.
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Rückfragen:
- auf dem Feld: Benjamin Volz, 0174 - 85 86 25 6
Presseerklärung der unabhängigen Aktionsgruppe vom 12.4.08
Gentechnikgegner fordern Ende des Versuchs mit giftresistenten Rüben
In den frühen Morgenstunden dieses Samstages besetzte eine Gruppe von 15 Personen einen Acker bei Northeim, auf dem der Anbau von gentechnisch veränderten Zuckerrüben vorgesehen ist. Verantwortlich für diesen Versuchsanbau ist die KWS Saat AG mit Sitz in Einbeck.
"Wir wollen durch unsere Besetzung verhindern, dass hier Gen-Rüben angebaut werden," erkläte Robin Brand, Gemüsegärter und einer der Besetzer. "Schon 1998 konnte durch die Besetzung eines KWS-Versuchsfeldes die Aussaat von Gen-Pflanzen verhindert werden. Und auch der ganz aktuelle Fall in Oberboihingen zeigt, dass Besetzungen Erfolg haben können." Dort hatte am 4.4 eine Feldbesetzung eines Versuchsackers der FH Nürtingen begonnen. Die Hochschule erklärte nach knapp einer Woche, auf die Fortführung des Versuches zu verzichten. "Wir hoffen, dass auch die KWS einsieht, dass ihre Gentec-Experimente ein Ende haben müssen. Es gibt einfach zu viele ungeklärte Risiken", so Christian Pratz, der in Witzenhausen Landwirtschaft studiert. "Wenn Firmen wie die KWS trotz der Ablehnung in der Bevölkerung Gentechnik-Versuche durchführen, müssen sie mit Protest rechnen. Wir glauben den falschen Versprechungen der Gentechnik-Industrie nicht mehr und wir wollen es nicht länger hinnehmen, dass unumkehrbare Tatsachen geschaffen werden."
Am 27.11.2007 gab die KWS Saat AG bekannt, u.a. auf dem jetzt besetzten Feld bei Northeim gentechnisch veränderte Zuckerrüben freisetzen zu wollen. Diese so genannte "Roundup Ready"-Zuckerrübe entwickelte die KWS gemeinsam mit dem US-Saatgutkonzern Monsanto. Beim Einsatz des Monsanto-Giftes "Round up" werden alle Pflanzen abgetötet bis auf jene gentechnisch manipulierten Zuckerrüben.
Mit ihrer Kritik an der Freisetzung dieser Rüben sind die BesetzerInnen nicht allein: Kurz nach der Bekanntgabe des Vorhabens wurde im Stadtrat von Northeim im Dezember 2007 eine Resolution gegen die geplanten Freisetzungsversuche verabschiedet. "Besetzungen sind eine Art gegen Gentechnik zu protestieren", stellte Gärtner Brand fest. "Es gibt aber noch viele andere Möglichkeiten. JedeR, der oder die Saatgut kauft, kann darauf achten, dass es gentechnikfrei ist. Am Besten ist natürlich Bio-Saatgut." Vom Kauf des Bio-Saatgutes der KWS Saatgut AG rät er allerdings ab: "Natürlich garantiert das Bio-Siegel, dass das bezeichnete Saatgut gentechnikfrei ist. Doch eine Firma, die sowohl gentechnisches als auch biologisches Saatgut anbietet, ist für mich nicht glaubwürdig."
Die BesetzerInnen freuen sich über Besuch und über Unterstützung aus der Bevölkerung. Willkommen sind Lebensmittel- und Geldspenden, sowie alles, was den Aufenthalt bequemer macht.
Das Feld befindet sich an der neuen B3 in Richtung Göttingen, nahe des Ortsausgangs Northeim.
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Rückfragen:
- vor Ort: Mirjam Anschütz, 0174 / 85 86 25 6
- im Büro: Jutta Sundermann, 0175 / 86 66 76 9

