Feldbesetzung gegen Genmais
Feldbesetzung endet mit großem Erfolg
FH Nürtingen verkündet das Ende der Genmaisversuche
FH Nürtingen verkündet das Ende der Genmaisversuche
Großer Jubel brach gestern auf dem besetzten Versuchsfeld bei Oberboihingen im Landkreis Esslingen aus. Am späten Nachmittag gab die Fachhochschule bekannt, auf die Fortführung des Genmaisversuches verzichten zu wollen. Laut der Pressemitteilung der FH kommt der Versuchsleiter Professor Schier „der dringenden Empfehlung der Hochschulleitung und des Hochschulrates nach, das Forschungsprojekt mit gentechnisch veränderten Maispflanzen einzustellen.“
Jochen Fritz von der Feldbesetzungsgruppe sagte: „Das ist ein Riesenerfolg! Wir haben Sturm und Schnee getrotzt – und täglich mehr Zuspruch aus der Bevölkerung erfahren. In dieser Situation hat die Hochschulleitung eine längst überfällige, richtige Entscheidung gefällt. Die aufregenden letzten Tage haben gezeigt, dass wir gemeinsam der Gentechnik Einhalt gebieten können. Oberboihingen steht ab sofort für den Mut und die Möglichkeiten kritischer Bürgerinnen und Bürger, die eine gentechnikfreie Zukunft erstreiten können.“
Ab heute wird auf dem matschigen Feld gefeiert. Am Freitag abend findet eine Feuershow dort statt, für Musik ist gesorgt, erst am Sonntag wird das Lager auf dem ehemaligen Versuchsfeld abgebaut. Die Besetzerinnen und Besetzer freuen sich über Besuch – mit und ohne Gummistiefel.
Jochen Fritz: „Auf diesem Feld wird nach unserer Besetzungswoche gift- und gentechnikfreies Grün wachsen können. Seit Jahren standen diese Versuche unter heftiger Kritik der Bevölkerung und sie waren auch an der Hochschule immer umstritten. Über die negativen Auswirkungen von Monsantos Mon810 ist längst genug bekannt, um ihn konsequent zu verbieten. In Frankreich und in Polen, in der Schweiz, in Österreich und Griechenland ist das schon geschehen. Jetzt muss Deutschland folgen und wir brauchen ein europaweites Verbot des Genmaises!“
-
Für Rückfragen:
- Mobiltelefon der FeldbesetzerInnen 0163 – 92 33 61 8
Die Pressemitteilung der FH Nürtingen erhalten Sie unter: http://idw-online.de/pages/de/news254708
Auf dem Weg aus Stroh einigermaßen trockenen Fußes zum Camp.
In der Dämmerung: Aufstieg zum Turm am Kletterseil.
** Hier die Pressemitteilungen vom Freitag und vom Sonntag, verfasst durch die unabhängige Gruppe, die in Baden-Württemberg das Genmais-Versuchsfeld bei Nürtingen besetzt hat.
PRESSEMITTEILUNG Nummer 2
Oberboihingen, 4.April 2008
Mit Unterstützung der Bevölkerung trotzen Gentechnik-Aktivisten dem Regen
Ende der Gentechnik-Versuche gefordert
(Oberboihingen)Trotz heftigen Regens halten auch in der dritten Nacht mehr als 20 Aktivist/-innen das Gentechnik-Feld in Oberboihingen besetzt. Zwei der Besetzer/-innen übernachteten auf dem selbst errichteten Turm in einer Höhe von etwa 10 Metern. Schlamm und Kälte können der Stimmung auf dem Camp nichts anhaben. Die Unterstützung aus der Bevölkerung beflügelt zum Weitermachen: „Ein Landwirt brachte uns Stroh für einen trockenen Schlafplatz, viele bringen Lebensmittel für die Feldküche“ erzählt Simone aus Giessen.
Die Forderung der Aktivist/-innen an die Fachhochschule Nürtingen ist klar und deutlich: Erst wenn die Hochschule öffentlich das Ende der Gentechnik-Versuche erklärt, werden die neuen Bewohner/-innen das Feld räumen. Ole auf dem Turm ist entschlossen: „Wenn es sein muss, bleibe ich auch einige Wochen hier oben.“
Am Montag um 11 Uhr ist die Übergabe eines Öffentlichen Briefs an Werner Ziegler, Rektor der Fachhochschule Nürtingen, geplant. Darin wird er aufgefordert, nach zehn Jahren nun endlich die landwirtschaftliche Gentechnikforschung zu unterlassen, die nie die Akzeptanz der Bevölkerung gefunden hat.
„Was können wir tun, um euch in eurem Protest zu unterstützen?“ so die Frage vieler Besucher/-innen, die in den letzten Tagen das Rahmenprogramm auf dem Camp wahrnahmen. „Rufen Sie Professor Alexander Schier, Leiter des Gentechnik-Versuchs der FH an (Telefon 07022 / 201-326) oder Schreiben Sie ihm eine Email (andreas.schier@hfwu.de) und bekunden ihre Unterstützung für unsere Aktion und unsere Forderung und kommen Sie zahlreich zu uns aufs Feld“ so die Antwort von Pressesprecher Jochen Fritz.
Vordruck Protest-E-Mail an Prof. Schier auf www.gentech-weg.de.vu
PS: Unterstützen sie den Imken Michael Grolm von „Gendreck weg“ bei seinem Prozess am Montag 7.April.2008, 14.00 Uhr im Amtsgericht in Rottenburg
-
Kontakt:
- Jochen Fritz, Dipl. Agr. Ing. 01639233618,
- Aktivist/-innen auf dem Turm: 0162/3068922
- Genfeldsiedlung-bawue@riseup.net
Filmmaterial: http://www.graswurzel.tv/felderbesetzung (mpeg2-Format)
Weitere Bilder: http://de.indymedia.org/2008/04/212395.shtml
Veranstaltungen:
Montag, 7.April:- 10.00 Uhr: Übergabe des Offenen Briefs an den Rektor der FH Nürtingen im Rektorat
- 14.00 Uhr: Öffentlicher Prozess gegen Imker Michael Grolm von „Gendreck weg“ im Amtsgericht in Rottenburg Anklage wegen Aufruf zur Straftat bei der Felderbefreiung 2006 in Badingen.
- Dienstag, 8.April
- 18:00 Uhr: Vortrag: Kritische Einführung in die Gentechnologie
-
Mittwoch,9.April
- Podiumsdiskussion der FH in Nürtingen * 19.30 Uhr: Gentechnik bei Pflanzen - ein Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung? Öffentliche Veranstaltung im Rahmen des Studium Generale der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt Nürtingen-Geislingen. Pro und Contra aus agrarwissenschaftlicher Perspektive. Es diskutieren: Prof. Dr. Andreas Schier (Nürtingen) und Dr. Christian Schüler (Kassel). Leitung: Prof. Dr. Carola Pekrun. Ort: Heinz-Dieter-Keller-Hörsaal, Gebäude KII, Altbau Nürtingen, Neckarsteige 6-10
Gentechnikfeld in Oberboihingen besetzt
Mutiger Widerstand und ein volles Rahmenprogramm
Um die Aussaat von gentechnisch veränderten Mais zu verhindern, besetzten ca. 20 Gentechnik-Kritiker und -kritikerinnen in der Nacht auf den 4. April ein Feld in Oberboihingen, im Kreis Esslingen. Die Aktivisten haben hierzu einen 10 Meter hohen Turm auf dem Acker errichtet, den 2 Menschen in luftiger Höhe besetzt halten.
Auf dem Feld in Oberboihingen sollen Freilandversuche mit gentechnisch verändertem Mais der Firma Monsanto Agrar Deutschland GmbH durchgeführt werden, bestellt von der Hochschule für Wirtschaft und Umwelt in Nürtingen.
Die Genfeldbesetzer haben unterschiedliche Motivationen, diese Aktion durchzuführen. So wollen einige damit auf die unabschätzbaren Risiken der Gentechnik aufmerksam machen. "Durch die Auskreuzung von Pollen gentechnisch veränderter Organismen wird eine gentechnikfreie Landwirtschaft in Zukunft verhindert" sagt eine der Aktivistinnen. Des Weiteren kritisiert sie, dass jener Freilandversuch nicht dem Umweltschutz diene, sondern lediglich aus Interesse an Profit und Kontrolle vorangetrieben werde. "So machen Gentechnik-Konzerne wie Monsanto Bäuerinnen und Bauern auf der ganzen Welt mit Patenten auf Saatgut und Pflanzen systematisch abhängig."
Die Gentechnikgegnerinnen und -gegner haben sich auf eine längere Besetzung vorbereitet, denn sie wollen den Acker erst verlassen, wenn der Freisetzungsversuch verhindert wurde. Sie laden ein zu mehreren Diskussionsveranstaltungen mit Referenten aus Brasilien und Deutschland, zu einem Konzert sowie zur gentechnikfreien "Volksküche".
-
Rückfragen bitte an:
- Jochen Fritz 0163 / 92 33 61 8,
- oder an 0162 / 30 68 92 2 (Aktivisten auf dem Turm)
Rahmenprogramm auf dem Gentechnikfeld:
- Freitag, 4.April
- 19:00 Uhr: Vortrag: Agrogentechnik weltweit- Erfahrungen und Widerstand mit Antonio Andrioli aus Braslien- in deutscher Sprache.
- 20:00 Uhr: Film über Feldbefreiungsaktionen in Deutschland und Vokü (Essen für alle) 20.15 Uhr: Michael Grolm: "Langjährige Erfahrungen eines Imkers im Widerstand gegen die Agrogentechnik in Deutschland."
- 21:30 Uhr: Konzert von Häns Dämpf
-
Samstag, 5.April
- Ab 22:00 Uhr: Balkan Beats auf dem Genfeld, Mr. Salamander vom Freiburger Esperanza Soundsystem legt auf.
-
Jeden Tag
- Ab 17:00 Uhr: Kaffee und evtl. Kuchen für alle (auch gerne was selber mitbringen) und Rallyebahn für Fahrräder
- 20:00 Uhr: Vokü ("Volxkücke", Essen gegen Spende)
Wegbeschreibung zum Camp:
Das Feld liegt südlich der A8, nördlich vom Hof Tachenhausen. Vom Bahnhof Wendlingen am Neckar folgt man der Bahnhofstraße, die bald zur Nürtinger Straße wird. Dann biegt man links in den Finkenweg ein. Nach ein paar hundert Metern geht es rechts über die Autobahn. Auf der anderen Seite hinter dem Bauernhof links abbiegen und immer geradeaus, bis bald das Camp in Sicht komt.

