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Feldbesetzung gegen Gengerste

Wir veröffentlichen hier die Erklärungen der unabhängigen Besetzerinnen und Besetzer




****** TERMINE IM ÜBERBLICK ******

Sonntag, 13. April am oder auf dem Feld

Schon fast zwei Wochen: Das Camp in Gießen auf dem Uni-Versuchsgelände

****** AKTUELLE PRESSEINFORMATION VOM FELD ******

Gießener FeldbesetzerInnen fordern klare Aussage zum Gerstenfeld!
Feldbesetzung in Oberboihingen erfolgreich!

Nach 10 Tagen Besetzung des Gießener Gengersteffeldes hoffen die BesetzerInnen, dass die Gießener Universität endlich eine klare Ansage macht, auf solche Versuche künftig zu verzichten. Dabei macht ihnen der Erfolg einer ähnliche Aktion in der Nähe von Stuttgart Mut: "Mit riesiger Freude haben wir die Nachricht erhalten, dass bereits nach einer Woche Besetzungsdauer der Genmaisversuchsfelder in Oberboihingen die FH Nürtingen einen mehrjährigen Verzicht auf Freilandversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen erklärt hat." Die bisherigen Aussagen von Uni-Chef Hormuth und seinem Vize Kogel sind demgegenüber vage und widersprüchlich. "Wir fordern endlich eine klare und verläßliche Aussage - vorher bekommt uns hier niemand vom Acker", ist aus dem Kreis der BesetzerInnen auf der Fläche am Alten Steinbacher Weg in Gießen zu hören.

Unklare Aussagen der Uni- und Versuchsleitung

In der Nacht vom 30. auf den 31. März hatten GentechnikgegnerInnen das bereits sei zwei Jahren betriebene Versuchsfeld in Gießen besetzt. Am Folgetag war der Versuchsleiter Prof. Kogel, der gleichzeitig Uni-Vizepräsident ist, zunächst für die Presse nicht zu sprechen. Am Nachmittag dann verkündete er, dass ohnehin kein Versuch mehr geplant sei. Eine Begründung dafür lieferte er nicht. Wiederum einen Tag später tauchte eine neue Variante auf: Der Versuch würde in den USA fortgesetzt. Zweifel daran aber kamen auf, denn ob deutsche Fördergelder überhaupt in den USA eingesetzt werden können, ist mehr als fraglich. Widersprüchlich waren zudem spätere Äußerungen des Uni-Präsidenten Hormuth, der behauptete, der Versuch werden generell abgeblasen. "Das ist alles unklar. Wir können nicht ausschließen, dass hier nur getrickst wurde, um uns zum Verlassen der Fläche zu verleiten", heißt es von den FeldbesetzerInnen. Sie wollen mit ihrer Aktion weitermachen, bis sicher sei, dass der Versuch nicht mehr stattfinden kann. Mit ihrem Turm und einem Betonblock plus Erdanker, an denen sich AktivistInnen anketten können, wollen sie auch einer Räumung widerstehen. Die plötzlichen Aussagen der Unileitung zur Aufgabe des Versuchs erscheinen noch aus einem anderen Grund unglaubwürdig. Genehmigt und mit Mitteln der Bundesregierung mit viel Geld gefördert wurde nämlich ein dreijähriger Versuch. Für 2008 stehen 122.000 Euro im Förderplan des Forschungsministeriums, die bei einer Aufgabe des Versuchs sicherlich verfallen würden, wenn nicht sogar der gesamte Versuch in Frage stellt wäre. Prof. Kogel hatte 2007 zudem angekündigt, 2008 auf jeden Fall weitermachen zu wollen mit dem umstrittenen Versuch. In mehreren Verlautbarungen und Interviews hatte er erklärt, dass ein drittes Jahr für viele der Forschungen nötig sei. Wieso das nun nicht mehr gelten soll, sei unklar. Daher fordern die FeldbesetzerInnen: "Die Uni-Leitung soll den Versuch durch entsprechende Mitteilung an die Genehmigungsbehörde offiziell und ganz beenden, das nachweisen und zudem verbindlich und öffentlich erklären, den Versuch nicht fortzuführen!" Nur damit könnten sicher weitere Tricksereien verhindert werden - etwa die, den Versuch nur für ein Jahr auszusetzen und dann 2009 durchzuführen.

Schmutzige Tricks: Die Lügenstory der toten Bienenvölker

Vertrauen verloren hat die Unileitung auch durch einen skurilen Vorgang in den vergangenen Tagen. In der Gießener Allgemeine veröffentlichte ein schon in der Vergangenheit gegen die FeldbesetzerInnen sogar gewalttätig gewordener Journalist von Aktionen aus dem Kreis der FeldbesetzterInnen, bei denen Bienenstöcke zerstört und alle Bienen getötet worden seien. "Das ist ungeheuerlich - eine miese Lüge, bei der der Verdacht besteht, dass sie durch die Unileitung gestreut worden ist", zeigen FeldbesetzerInnen ihr Unverständnis über den Ablauf. Wahr ist, dass eine Person rund um die Uni-Bibliothek randaliert und dabei auch einige Bienenkästen zerstört. Während der Wachschutz der Uni tatenlos zusah und auch die kurz danach eintreffenden Funktionäre der Uni sich um die Bienen nicht nicht kümmerten, organisierten die FeldbesetzerInnen sofort eine Rettungsaktion. Sie suchten und fanden eine Imkerin, die an das Feld kam und zusammen mit den BesetzerInnen die zwei aus ihren Kästen geworfenen Völker wieder in ihre Kästen brachten. "Inzwischen fliegen die Bienen von dort wieder - wir haben Beweisfotos gemacht und ins Internet gestellt, dass in beiden Kästen die Bienen leben", heißt es von den BesetzerInnen. "Die Behauptung, wir hätten Bienenstöcke zerstört, ist eine infame Lüge. Auch dass die Bienen nun tot seien, ist zum Glück gelogen. Tatsächlich haben wir die Rettung der Bienen organisiert, während es der Unileitung egal war, was mit den Tieren geschah!" Dass der Redakteur der Gießener Allgemeine ohne jegliche Recherche die Lügen veröffentlicht habe, sei in den Augen der BesetzerInnen nicht nur parteiischer, sondern auch schlechter Journalismus.

Mehr Aktionen geplant

In den nächsten Tagen hoffen die BesetzerInnen auf besseres Wetter: "Nach Tagen des Kampfes mit Schlamm und Schnee möchten wir mehr öffentliche Aktionen, Veranstaltungen, kulturelle Angebote usw. auf dem Feld machen." Die Ideen reichen von inhaltlichen Workshops zu Fragen der Gentechnik über Klettertrainings bis zu Sonntagsspaziergängen, Konzerten, Filmabenden und der Einrichtung eines Bürgerpark, in dem möglichst viele Menschen Blumen pflanzen oder Kunstwerke schaffen als Gegenentwurf zur Gentechnik der vergangenen zwei Jahre. Solche Aktionen können und sollen auch von Menschen und Gruppen verwirklicht werden können, die nicht an der Besetzung teilnehmen, aber auf diese Weise ihre Kritik an der Gentechnik zum Ausdruck bringen. "Dies ist nicht unser Feld, sondern nun eine gentechnikfreie Zone, auf der viele Ideen Platz haben", laden die BesetzerInnen zu vielfältigen Aktivitäten ein. Zudem riefen sie zum Ideenschmieden auf, was dieses Jahr mit der nun gentechnikfreien Fläche geschehen könne: "Wir räumen das Feld, wenn keine Gentechnik auf den Acker kommt. Wir freuen uns aber noch mehr, wenn den zwei Jahren Hochsicherheitsfeld ein buntes Jahr des Lebens folgt, bei der ForscherInnen, Studierende und BürgerInnen auf dem zumindest dieses Jahr nicht mehr von der Uni genutzten Feld eigene Idee verwirklichen könnten. Vorschläge sind herzlich willkommen - dann können wir im Gefühl vom Feld gehen, dass ein phantastisches Jahr für dieses Feld folgt."




Zensur, Fluchtpläne und Motorsägen in der Fußgängerinnenzone

Vierter Tag der Besetzung des Gengerstenfeldes in Gießen

Seit dem 31. März 2008 halten UmweltaktivistInnen ein Feld der Universität Gießen besetzt, auf dem ein Freisetzungsversuch mit transgener Gerste durchgeführt wird. Mit ihrer Aktion wollen die AktivistInnen ihrer grundsätzlichen Kritik an Gentechnik Ausdruck verleihen. Am vierten Tag zogen sie in die Gießener Innenstadt, um den Protest dort sichtbar zu machen. Anders als auf dem Feld wurden sie dort allerdings sofort von der anwesenden Polizei attackiert. Drei Holzstangen, die zu einem Miniatur-Tripod verbunden werden und so auf den besetzten aufmerksam machen sollten, wurden sichergestellt und dann von der eigens herbeigerufenen Feuerwehr mit Motorsägen zersägt. Grundlage war die Abwehr von Gefahren nach dem Hessischen Sicherheits- und Ordnungsrecht – eine rechtliche Fehlbewertung der Polizei, denn das Versammlungsrecht der ordnungsgemäß angemeldeten Demonstration geht diesem vor. Doch „zersägt ist zersägt“, dachte sich die Polizei – auch wenn später ein Verwaltungsgericht die Rechtswidrigkeit feststellen sollte, war die Demonstration damit erheblich beeinträchtigt worden.

Auf dem besetzten Feld hingegen wuchs die Zahl der AktivistInnen am Abend deutlich an. Gemeinsam saßen zwei Runden am Lagerfeuer und kochten die von Marktständen am Vormittag gespendeten Lebensmittel. AktivistInnen aus verschiedenen Städten kündigten an, in den kommenden Tagen zum Widerstandsdorf hinzuzustoßen. Eine Reaktion der Universität auf die Forderung, den Verzicht auf den Gengerste-Versuch auch nachzuweisen, gab es bislang nicht.

Demo gegen Gentechnik am Samstag

Mit einem Motivwagen zu ihrer Besetzung wollen die AktivistInnen am Samstag, 5. April, an der Demo gegen Gentechnik teilnehmen, die gegen 15 Uhr am Brandplatz Gießen beginnt. Der schon länger geplante Zug führt auf der inzwischen auch genehmigten Route vom Regierungspräsidium (Genehmigungsbehörde von Genversuchen für Hessen) zur Uni (Hauptgebäude) und dann genau zu dem Gengerstenfeld, das seit einigen Tagen besetzt ist. Zu der Demo haben AktivistInnen verschiedener Gruppen aufgerufen, auch LandwirtInnen haben ihr Kommen angekündigt, zum Teil mit Traktoren und anderen landwirtschaftlichen Maschinen.

Uni Gießen zensiert Gentechnikkritik

BesetzerInnen fordern Entsperrung von gentechnik-kritischen Internetseiten

Argumente gegen die Gentechnik, Berichte über die Aktion, Hintergründe zum Gen-Gersteversuch und eine detaillierte Kritik haben die FeldbesetzerInnen auf den Internetseiten www.gendreck-giessen.de.vu und www.gentech-weg.de.vu untergebracht. Wer an den Rechnern der Uni Gießen surft, landet allerdings bei der Meldung „Zugang verwehrt“. An der Uni Gießen sind diese Seite gesperrt.

Die FeldbesetzerInnen üben deutliche Kritik an dieser Praxis. „Wenn Universitäten ein Ort der selbstbestimmtem Wissensaneignung sein sollen, sind Einschränkungen wie diese schlicht falsch“, sagt Patrick Neuhaus, der sich aktiv an der Feldbesetzung beteiligt. Für ihn ist es selbstverständlich, dass die NutzerInnen einer Universität auf alle öffentlichen Quellen zurückgreifen können. „Wer Internetseiten sperrt, verhindert die freie Meinungsbildung und entmündigt die Menschen, die von der Uni aus recherchieren. Warum dürfen sich die NutzerInnnen der Uni nicht ein eigenes Bild machen, auf Basis kritischer Reflexion?“, fragt Neuhaus.

Auffällig dabei ist, dass andere Internetseiten, die sich ähnlich kritisch zu Gentechnik positionieren, nicht gesperrt worden. Es entstehe der Eindruck, dass gezielt eine Internetseite geblockt werde, die sich besonders intensiv und kritisch mit dem Gerstenversuch und der Forschung von Prof. Kogel auseinandersetzt. „Hier wird versucht, die Kritik an Prof. Kogel und seinen Gen-Gerstenversuch zu vertuschen“, sagt Jörg Bergstedt, einer von etwa 20 BesetzerInnen. Immer wieder habe Prof. Kogel behauptet, die GentechnikkritikerInnen hätten keine Argumente. „Die gesperrten Internetseiten, gefüllt mit Quellen und inhaltlichen Positionen zu Gentechnik, beweisen das Gegenteil“, erklärt Bergstedt und folgert „Nicht wir – die Uni Gießen drückt sich vor der Auseinandersetzung. Das ist eindeutig!“

Die BesetzerInnen fordern die Uni Gießen auf, sämtliche Sperrungen von Internetseiten aufzuheben. „Offene Diskussion, offener Meinungsaustausch statt einseitige Gentechnikpropaganda – darum geht es“, sagt Margarete Twenhöven.

Gerstenversuch in die USA verlegt?

Mit einer bemerkenswerten Ankündigung wartete Versuchsleiter Kogel nach den ersten Besetzungstagen auf. Er wollte, meldete die Gießener Allgemeine am Mittwoch, den Versuch in die USA verlegen. Dort müssten die Felder nicht einmal angemeldet werden. Gerade diese Freude von Prof. Kogel, Menschen in Zukunft gar nicht mehr informieren und beteiligen zu müssen, zeigt deutlich, welche Richtung der bisherige Gengerstenversuch aufwies und welche Positionen zur Gentechnik gerade Kogel vertritt. „Dieser Professor träumte von Anfang an von US-amerikanischen Verhältnissen in der Gentechnik auch hier in Deutschland: Forschen für Profit ohne Beteiligung der Menschen“, heißt es nun von den BesetzerInnen. Biosicherheitsforschung sei in Wirklichkeit nur ein Werbetrick, mit dem Bauernfängerei betrieben worden sei. Alle Parteien im Gießener Stadtparlament seien ja auch darauf hereingefallen. „Wie ist das überhaupt vorstellbar, dass nun Biosicherheitsforschung in den USA aus Forschungsgeldern der Bundesregierung bezahlt werden?“ fragen sie sich zusätzlich.




Genacker in Gießen besetzt


Turm und verankerte Betonpyramide sollen Aussaat der transgenen Gerste verhindern

Wo gentechnisch veränderte Pflanzen wachsen sollen, flattern Transparente mit Parolen gegen Gentechnik im Wind. Seit heute Nacht ist das Gengerstenfeld in Gießen am Alten Steinbacher Weg besetzt.

Mit einer aufwendigen Blockadetechniken versuchen GentechnikgegnerInnen, das dritte Jahr des umstrittenen Versuchs ganz zu verhindern. Mitten auf der geplanten Versuchsparzelle errichteten sie einen dreibeinigen Turm (sog. "Tripod"), auf dem sich klettererfahrene AktivistInnen angekettet haben. Darunter steht ein speziell für diese Aktion gebauter Betonklotz mit Ankettrohren ("Lock-on"). Die darin befestigten Personen sind zusätzlich im Boden verankert, so dass der Klotz auch von schweren Maschinen nicht ohne Verletzungsgefahr gehoben werden kann. Rundherum verkünden Schilder frech, dass hier nun eine "Gentechnikfreie Zone" eingerichtet wurde. Unbekannte laden zum "Tag der offenen Tür" auf dem Feld der Universität. "2006 und 2007 wurde das Feld nach der Aussaat attackiert. Dieses Jahr wollen wir mehr - die gefährliche Saat soll gar nicht hier draußen landen", ist von den BesetzerInnen zu hören. Wie lange die Besetzung andauern wird, ist zur Stunde offen. Auf jeden Fall bieten Turm und Boden-Lockon schon jetzt ein spektakuläres Bild direkt neben der Universitätsbibliothek - gut sichtbar von den daran vorbeiführenden Straßen.

Mit ihrer Aktionsform wollen die BesetzerInnen an eine erfolgreiche Tradition des Gentechnikwiderstandes in Hessen anknüpfen. Mitte der 90er Jahre waren jahrlang Felder in Melbach (Wetterau) besetzt worden, später wurde ein Feld in Iba (bei Bebra) durch eine ähnliche Aktion vor der Aussaat gentechnisch veränderter Pflanzen geschützt. Die Besetzungen erzeugten eine große Aufmerksamkeit. In allen Fällen solidarisierten sich damals die meisten BewohnerInnen aus umliegenden Orten mit den AktivistInnen. Der Erfolg gab ihnen recht: Nachdem es zusätzlich, z.B. in Rauischholzhausen, zu Feldbefreiungen gekommen war, mieden Gentechnikfirmen schließlich Hessen ganz für ihre Versuche. "Wir wollen dieses Ziel ein zweites Mal erreichen. Wenn die Universität auf ihre Risikospielchen mit den profitorientierten Technologien verzichtet, könnte Hessen erneut gentechnikfrei werden", formuliert eine Besetzerin ihre Hoffnung - und fügt nach einigem Überlegen an: "Luftballons und Postkarten werden nicht reichen, um das zu schaffen! Und letztlich reicht auch ein gentechnikfreies Hessen nicht!"

Das nun besetzte Feld ist einer der Standorte in Deutschland, auf denen teure, riskante und dem Profit weniger Konzerne und Karrieristen dienende Freisetzungsversuche laufen sollen. Ziel ist, neben den bereits für den Großflächenanbau freigegebenen Sorten wie dem Mon810-Mais weitere Sorten zu entwickeln, zu patentieren und dann profitabel verkaufen zu können. In Gießen am Alten Steinbacher Weg sollen zwei Gerstenlinien ausgebracht werden, die insgesamt vier fremde Gene enthalten. Neben der Entwicklung neuer Sorten sollen hier auch Methoden zur Manipulation von Pflanzengenen entwickelt werden, haben die BesetzerInnen im Vorfeld ihrer Aktion recherchiert. Die vom Versuchsleiter benannte Biosicherheitsforschung sei vorgeschoben, um die wahren Versuchsziele zu vertuschen. ?Wir haben dieses Feld als Symbol ausgewählt, weil es ein schillerndes Beispiel für eine verlogene Propaganda um scheinbare Biosicherheit und unabhängige Forschung ist. Zudem ist Gießen im Westen die Stadt mit den meisten und riskantesten Genversuchen. Der Filz aus Universität und Stadtpolitik bis hinein in Parteien und Verbände verhindert aber einen breiten Protest", begründen die FeldbesetzerInnen den nächtlichen Aufbau ihres kleinen Widerstandsdorfes. Sie haben ihre Motive auf den Internetseiten www.gendreck-giessen.de.vu mit vielen Argumenten unterfüttert und wollen in den kommenden Tagen in der Stadt eine eigens gedruckte kleine Zeitung unter dem Titel "Es reicht!" verteilen.

Am 5. April wollen sie an der von GentechnikgegnerInnen in Gießen geplanten Demonstration teilnehmen, die unter anderem zu dem jetzt besetzten Genfeld führen soll (Beginn: Samstag, 5.4., 15 Uhr auf dem Brandplatz in Gießen). Der Blick der BesetzerInnen ist aber nicht auf Gießen beschränkt: "Dieses Feld wäre nur ein Standort unter vielen Genfeldern in Deutschland. Angetrieben von Gentechnik-Großkonzernen und karriereorientierten ForscherInnen breiten sich die industrielle Landwirtschaft und Agrargentechnologie immer mehr aus. Wir brauchen mehr Widerstand in allen Formen - von Feldbefreiungen bis zu gentechnikfreien Regionen!"

Allein wollen die AktivistInnen nicht bleiben. Vielmehr hoffen sie auf Menschen, die auf oder am Feld die Aktion unterstützen und selber mit Leben füllen: ?Wir freuen uns über Leute, die hier mit an der Blockade teilnehmen - genauso aber auch über Menschen, die mit Lesungen, Theater, Musik oder Aktionen rund um das Feld, in der Innenstadt oder bei den Verantwortlichen auf dem Gängen der Uni ihre Meinungen vortragen." Willkommen sind Material- und Sachspenden von warmer Suppe über Kopiergutscheine und Zelte bis zu Brennholz. Finanzielle Unterstützung kann vor Ort überbracht oder überwiesen werden auf das Konto von M. Twenhoeven, Nr. 292 579 508, BLZ 370 100 50, Postbank Koeln).?

Kontakt und Lage
Die Besetzung zu erreichen ist einfach: Per Telefon 0152-29990199 oder als direkter Besuch. Das Feld liegt in der Stadt Gießen direkt neben der Universitätsbibliothek (Phil I, Otto-Behaghel-Straße). Der Alte Steinbacher Weg und die Rathenaustraße führen direkt am Feld vorbei. Turm und Boden-Lockon sind von dort gut zu sehen. ?Wir sind leicht zu finden und sichtbar. Das ist Ausdruck unseres Protestes - wir wollen nicht zusehen, sondern dieses Zeichen setzen. Wir wünschen uns viele Menschen hier - und wir hoffen, dass viele weitere Aktionen stattfinden dieses Jahr, damit es überall endlich wieder gentechnikfrei wird - so oder so.?