Presseinformation vom 21. April 2008
Zur Rettung der Saatgutbank - Genweizen unschädlich gemacht
In Gatersleben beendet Feldbefreiung skandalösen Gentechnik-Versuch
In der Morgendämmerung des 21. April befreiten sechs Menschen das Genweizenfeld in Gatersleben, um der massiven Bedrohung eines einzigartigen Schatzes an Pflanzensorten ein Ende zu setzen. Mit Hacken konnten sie die Weizenpflanzen auf dem Versuchsfeld zu Fall bringen, bevor die Polizei das Feld erreichte. Zum Ende der Feldbefreiung platzierten die Gentechnikgegner ein übergroßes Weizenbrot auf dem Boden des Feldes - es trug die gebackene Aufschrift "Unser tägliches Brot - ohne Gentechnik!"
Susanne Mähne ist Gemüsegärtnerin und wurde in der vergangenen Nacht als Feldbefreierin aktiv: "In Gatersleben fand einer der skandalösesten Freilandversuche im Lande statt. Horst Seehofer ist dafür verantwortlich, dass gentechnisch veränderter Weizen unter freiem Himmel in direkter Nachbarschaft der Genbank Gatersleben wuchs. Mit der Blüte hätte der Gentechweizen einen wahren Schatz an landwirtschaftlicher Vielfalt vernichten können."
In der öffentlichen Genbank werden alte und neuere, seltene und häufige Pflanzensorten aufbewahrt. Züchter und Bauern können ebenso wie Forschungseinrichtungen, Entwicklungshilfe-Projekte oder Privatpersonen dort Saatgutproben erhalten. Um die Pflanzensorten dauerhaft zu erhalten, betreibt die Genbank eine "Erhaltungszucht" und muss die eingelagerten Sorten regelmäßig zum Keimen, Wachsen und Blühen bringen und kann dann keimfähiges neues Saatgut wieder aufheben. In unmittelbarer Nähe dieser Erhaltungs-Felder wuchs der Genweizen.
Auch Lea Tanja Hinze arbeitete ruhig, bis die Polizei sie schließlich unterbrach. Da waren zwei Drittel des Feldes unschädlich gemacht: "Ich bin Mutter eines kleinen Jungen. Auch die Generation unserer Kinder muss die Möglichkeit haben, auf das vielfältige Erbe der bäuerlichen Landwirtschaft zurück zu greifen. Ich fühle mich verpflichtet, den verantwortungslosen Genweizenversuch zu stoppen."
Die Landwirtschafts-Studentin Mirjam Anschütz weiß ebenfalls genau, warum sie an der Aktion teilgenommen hat und blickt den Konsequenzen entschlossen entgegen: "Wenn wir für diese Feldbefreiung angeklagt werden, sitzen nicht die richtigen Menschen auf der Anklagebank. Wir wollen in den nächsten Monaten an vielen Orten über unsere Aktion und unsere Hintergründe berichten. Über 80% der Menschen in der Bundesrepublik sind gegen Gentechnik in der Landwirtschaft. Schon 2006 hatten 30.000 Menschen auf einen Aufruf des Münchener Umweltinstitutes hin gegen den Weizenversuch protestiert. Unsere Aktion ist ein deutliches Zeichen, für das wir viele Unterstützerinnen und Unterstützer haben."
Mehr über die Aktion und die Motivation der Feldbefreierinnen auf www.gendreck-weg.de
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Für Rückfragen:
- beim Feld: Christiana Schuler 0163 / 53 79 03 5
- im Büro: Jutta Sundermann 0175 / 86 66 76 9
Wir vermitteln gerne den direkten Kontakt zu den Feldbefreierinnen und Feldbefreiern (Interviews, persönliche Hintergründe).
Fotos von der Aktion können Sie unter folgendem Link einsehen und in Druckqualität herunterladen. Der Fotograf bittet um ein Belegexemplar an die Adresse Sami Atwa, Heinrich Bochhof 1, 30459 Hannover und um Abrechnung nach Ihrem üblichen Satz. https://smartdrive.web.de/guest?path=GendreckWegPressebilder%20von%20s.atwa&token=EF9B5D1A10EDBB6A kennwort: Presse
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