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Pressemitteilung vom 22. Juli 2007

Die dritte PM des Tages

17:20 Uhr - Polizeihubschrauber kreist noch immer

Vor lauter Mais sieht die Polizei die Feldbefreier nicht. Drei Gen-Felder sind in der Nähe des Camp, eines fast 70 Hektar groß. Noch immer befinden sich Personen im Maisfeld. Ein Gentechnikgegner musste nach drei Stunden intensiver Feldbefreiung pausieren und legte sich in Mitten des Gen-Maifeldes für eine Stunde schlafen, bevor er sich anschließend unbemerkt wieder in Richtung Camp aufmachte. Die Feldbefreiung geht weiter, heute, morgen, solange noch gefährlicher Gen-Mais auf den Feldern steht.

15:20 Uhr - Noch immer FeldbefreierInnen unterwegs Bei so viel Gen-Mais scheint auch die Polizei den Überblick verloren zu haben. Auch dreieinhalb Stunden später konnte die Polizei noch nicht alle GentechnikgegnerInnen, die mit großem Einsatz das Feld von Gen-Mais befreien, dingfest machen. Der Großteil der DemonstrantInnen ist wohlbehalten im Camp zurückgekommen und stärkt sich bei einer warmen Mahlzeit und ermutigenden Erlebnisberichten.

14:50 Uhr - 40 Personen in gewahrsam Nach Schätzungen wurden etwa 40 FeldbefreierInnen in Gewahrsam genommen und nach Neu Lewin in die örtliche Turnhalle gebracht.

14:00 Uhr - Imker Michael Grolm in Gewahrsam Der Imker und Mitbegründer von Gendreck-weg wurde von der Polizei im Gewahrsam genommen. Er hat sich trotz einer einstweiligen Verfügung an der freiwilligen Feldbefreiung beteiligt. Der Berufsimker Michael Grolm erachtet die rechtlichen Folgen für seine Person als nicht so schwerwiegend, wie die Gefahren für die Natur, die von dem Gen-Mais ausgehen.

13:50 Uhr - FeldbefreierInnen eingekesselt Etwa 30 FeldbefreierInnen wurden von der Polizei eingekesselt. Zehn davon wurden in gewahrsam genommen. Nach Aussagen von vor Ort behindert die Polizei Journalisten beim Filmen der Feldbefreiung.

13:20 Uhr - Mehrere Hektar befreit Neuste Schätzungen gehen von mehreren Hektar befreiten Feldes aus. Noch immer befinden sich einige Personen im Gen-Mais.

13:00 Uhr - Feldbefreiung geht ungebremst weiter Auch der Polizeihelikopter kann die emsigen FeldbefreierInnen nicht stoppen, die sich durch knöcheltiefen Schlamm im Gen-Mais kämpfen. Quadratmeter für Quadratmeter wird dieser Acker vom gefährlichen Gen-Mais befreit.

12:45 Uhr - Jornalist in Gewahrsam genommen Beim Filmen der Feldbefreiung wurde ein Journalist von der Polizei in gewahrsam genommen.

12:30 Uhr - 10.000 Quadratmeter vom Gen-Mais befreit Die FeldbefreierInnen sind fleißig bei der Arbeit. Trotz massiver Polizeipräsenz mit Helikoptereinsatz, konnte schon ein Hektar vom Gen-Mais befreit werden. Die Aktivitäten gehen weiter!

12:00 Uhr - 50 FeldbereierInnen auf dem Gen-Feld Am Ortsausgang Altreetz, direkt aus dem Demonstrationszug heraus haben es 50 GentechnikgegnerInnen auf den Gen-Acker geschafft. Die vorgezogene Maisernte kann beginnen.

GentechnikgegnerInnen trotzen Regen Sinnflutartige Regenfälle am Sonntag morgen im Oderbruch können die freiwilligen FeldbefreierInnen nicht aufhalten. Hunderte GentechnikgegnerInnen machen sich auf den Weg zur Kundgebung in Altreetz. Und die PolizistenInnen sollen im Maisfeld nicht allein im Regen stehen gelassen werden.


Die Zweite PM

Feldbefreier nutzen Regenpause - Weit über einen Hektar Genmais unschädlich gemacht

Durch Gewitter und Regengüsse ließen sie sich nicht beirren; wie vorher öffentlich angekündigt trafen sich heute in Altreetz im Oderbruch Gentechnikgegner zu einer freiwilligen Feldbefreiung. Als der dichte Regen gerade eine Pause machte, setzte sich der Demonstrationszug mit über 400 Menschen in Bewegung, um gegen den Anbau von gentechnisch manipuliertem Bt-Mais zu protestieren.. Trotz großer Polizeipräsenz verließen viele Teilnehmer die angemeldete Route, um ganz nah an den Genmais heranzukommen. Quer über ein schlammiges Stoppelfeld konnte die Polizei den flinken Leuten kaum folgen, etwa 50 Personen erreichten das Genmaisfeld nördlich des Ortes Altmädewitz.

Viele der Gentechnikgegner steckten, sobald sie die Mantelsaat um das Genmaisfeld herum durchschritten hatten, einen Genmaiskolben in eine mitgeführte Tüte. „Der Mais ist für uns ein Beweismittel: Obwohl Landwirtschaftsminister Horst Seehofer es verboten hat, das für Tiere und Pflanzen schädliche Maissaatgut in Umlauf zu bringen, wächst er auf über 2000 Hektar bundesweit. Die Folgen sind jedoch gravierend“, sagte Eckart Kuhlen, als die Polizei ihn in Gewahrsam nahm. Er forderten die Beamten auf, eine Strafanzeige gegen den Genmais-Anbauer, den Konzern Monsanto und die Landwirtschaftsminister sofort aufzunehmen.

Mehrere Kleingruppen nahmen eine umfangreiche Befreiungsaktion vor. Der Imker Michael Grolm schuftete gemeinsam mit einer Gärtnerin, einem Bioladner und mehreren Bauern rund zwei Stunden im Mais: „Wir haben weit mehr als einen Hektar Genmais unschädlich gemacht! Der illegale Genmais muss flächendeckend entsorgt werden. Wir lassen uns doch nicht für dumm verkaufen: den Warnungen der Landwirtschaftsminister in Berlin und Potsdam müssen Taten folgen! Meine berufliche Existenz als Imker wird durch Verseuchung des Honigs mit genveränderten Pollen zerstört, genauso wie die Lebensgrundlage vieler anderer Menschen in der Landwirtschaft. Einmal freigesetzt können sich genmanipulierte Pflanzen verbreiten und mit anderen kreuzen. Sie lassen sich nie mehr aus der Natur entfernen.“

Für Michael Grolm wird die Aktion auf dem Feld juristische Konsequenzen haben. Ihm war zu Beginn des gentechnikfreien Wochenendes eine einstweilige Verfügung zugestellt worden. Laut dieser Verfügung droht ihm eine Haftstrafe oder eine hohe Geldstrafe, wenn er das Feld betritt. Grolm: „Wir werden die Vertreter des Konzernes Monsanto vor Gericht wiedersehen. Wenn ich auf der Anklagebank sitze, ist das falschherum, gemeingefährlich im Wortsinn ist der Gentechnikkonzern! Aber ich bin bereit, juristische Folgen der Aktion in Kauf zu nehmen, da der persönliche Schaden für mich weit geringer wiegt, als der Schaden, den Gesellschaft und Natur durch den Anbau gentechnisch veränderter Organismen erleidet. Noch gibt es in Deutschland nur wenig Gentechnik in der Landwirtschaft. In vielen Teilen der Welt ist es schon zu spät, um eine gentechnikfreie Landwirtschaft zu erhalten, hier haben wir noch eine Chance und müssen sie jetzt nutzen.“

www.gendreck-weg.de



Die erste PM am Morgen

Feldbefreier startklar
Über 400 bereiten sich auf die Aktion gegen Genmais vor

Altreetz 10 Uhr: Donnergrollen weckte die über 400 Aktivisten am frühen Sonntagmorgen in ihren Zelten im brandenburgischen Oderbruch. Sie wollen heute ihr Aktionswochenende mit einer Feldbefreiung abschließen und auf Genmaisfeldern bei Altreetz möglichst viele der manipulierten Pflanzen unschädlich machen.

Die Aktiven haben sich seit Donnerstag auf ihre Aktion vorbereitet. In Workshops diskutierten sie die Gefahren der Gentechnik und hörten Erfahrungsberichte aus Polen, Brasilien und El Salvador. Gerade in den Ländern des Südens hat Gentech-Soja und Gentech-Baumwolle schon vielen Kleinbauern ökonomisch das Genick gebrochen. Menschen und Natur leiden unter hohem Gifteinsatz und den giftigen Pflanzen selbst. Etwa 350 Menschen lauschten am Samstag Abend der Lesung des Autor und Bauern Mathias Stührwoldt. Anschließend diskutieren sie im Rahmen einer Podiumsdiskussion die Möglichkeiten des Widerstands gegen die Agro-Gentechnik.

Großen Applaus gab es, als bekannt wurde, dass ein Bürger von Neumädewitz, der dem Genmais-Anbauer Bernd Hoffmann Land verpachtet hatte, aus Verärgerung über den Einsatz der Gentechnik auf seinem Feld die Aufhebung des Pachtvertrags prüfen möchte.

Die Feldbefreier organisieren sich in Bezugsgruppen zu 3 bis 10 Personen, die gemeinsam eine Strategie für ihren Beitrag zur Aktion entwickeln. Sie sind zuversichtlich, trotz großen Polizeiaufgebotes und ohne Einsatz von Gewalt auf die Felder zu kommen. Gewaltfreiheit ist ein Grundprinzip der öffentlichen freiwilligen Feldbefreiung.

Unter den Aktiven ist auch der Berufsimker Michael Grolm. Ihm droht beim Betreten der Maisfelder eine Haftstrafe. Auf Betreiben des Anwaltes des Gentechnikkonzernes Monsanto, Herrn Stiebler, beantragten drei Genmais-Anbauer der Region um Altreetz eine einstweilige Verfügung gegen Grolm. Der Imker: „Ich werde trotzdem versuchen, auf das Feld zu kommen. Die Gefährdung durch den Genmais wiegt so schwer, dass ich für die Abwendung dieser Katastrophe sogar ins Gefängnis gehen würde.“

Michael Grolm und die Feldbefreier fordern, dass die Politik endlich handelt. Im April hatte Bundeslandwirtschaftsminister Horst Seehofer den Genmais verboten, allerdings zu einem Zeitpunkt, zu dem der diesjährige Mais gerade ausgesät war. Auf über 2000 Hektar beginnen die Pflanzen jetzt zu blühen. Brandenburgs Landwirtschaftsminister warnte erst Anfang der Woche eindringlich vor den Folgen der giftigen Pollen des Bt-Maises.

Die Aktiven wollen sich nicht kriminalisieren lassen. Grolm: „Wir machen heute Giftpflanzen mit Langzeitfolgen unschädlich. Das Strafgesetzbuch schützt Menschen, die etwas zerstören müssen, um einen größeren Schaden abzuwenden. Tatsächlich ist der Genmais ist illegal. Wir werden bei den Polizeibeamten unsererseits Strafanzeige stellen gegen den Genmais-Anbauer, den Konzern Monsanto und die Landwirtschaftsminister.“

Weitere Informationen:
Michael Grolm: 0170 / 10 87 17 4
Jutta Sundermann: 0175 / 86 66 76 9
Anja Becker: 0176 / 52 23 25 80
Sowie: www.gendreck-weg.de